Entstanden ist dieser Sport, er zählt zu den ältesten Reitsportarten,
im Arabischen Raum. Alle angesehenen Familien trafen sich einmal pro
Jahr um einen Wettstreit abzuhalten, wo es darum ging, ein Schaffell
gefuellt mit Steinen in einen dafuer markierten Punkt zu legen. Die
Mannschaft der dies gelang war Sieger und erhielt als Lohn die Pferde
der Verlierermannschaft. In Argentinien wurde dieses Ritual mit einer
Gans in einem Ledersack gespielt. Die Hunnen bevorzugten die Koepfe
Ihrer Feinde.
Um die Jahrhundertwende kam der
Sport nach Europa und die Gans wurde ersetzt durch einen aus Leder gebundenen
Ball. Die Militaerakademien benutzten ihn um ihren Rekruten das Reitenspielerisch
beizubringen.
Vor rund 25 Jahren hat ein Mann
namens Depons in Frankreich die laengst vergessene Tradition wieder
zum Leben erweckt. Er passte die Regeln dem heutigen Standard an und
schuf daraus Horse-Ball wie wir es kennen. Vor 20 Jahren wurde Horse-Ball
in Frankreich bei der offiziellen Reitervereinigung als neue Reitsportart
aufgenommen und mittlerweile bestehen drei Divisionen, davon eine Profiliga
mit rund 5.000 aktiven Horse-Ball Spielern. Die Entwicklung von Horse-Ball
fuehrte ueber Portugal, Spanien, England, Belgien, Deutschland, Italien
nach Oesterreich, wo 1994 die erste Mannschaft ins Leben gerufen wurde
und in spaeterer Folge der OeFHB, als Mitglied beim Bundesfachverband
für Reiten und Fahren in Oesterreich, mit einen eigenem Referat
angeschlossen wurde.
Der Österreichische
Fachverband fuer Horse-Ball (OeFHB)
Der Österreichische Fachverband
fuer Horse-Ball ist die laut Österreichischem Verbandsgesetz einzig
autorisierte Vertretung der Horse-Ball Agenden in Österreich. Gleichzeitig
mit der Gruendung des Verbandes im ersten Quartal 1994 wurde vom Praesidium
die Gleichstellung dieser neuen Sportart den konventionellen Reitsportarten,
wie Dressur, Springen, Vielseitigkeit, usw. angestrebt. Mit der Stellung
eines eigenen Referenten im Oesterreichischen Bundesfachverband fuer
Reiten und Fahren (BFV) konnte dieses Ziel im ersten Bestandsjahr auch
verwirklicht werden. Der OeFHB ist heute ueber die internationale Horse-Ball
Vereinigung der Fédération Equestre International (FEI)
angeschlossen.
Der Sport International
Horse-Ball ist ein kampfbetonter
Mannschaftssport, der bedingt durch das Reglement, die Sicherheit von
Pferd und Reiter in den Vordergrund stellt. Die Heimat dieses Sports
ist Frankreich, und die Vorherrschaft dieser Nation im ueberregionalen
Vergleich in ungebrochen. Aber gerade mit dem Neuzugang Oesterreichs
im Jahre 1994 wurde ein starker Internationalisierungsschub bemerkbar.
Die guten persoenlichen Kontakte zwischen Portugal, Belgien und Frankreich
und die damit verbundene zuegige Entwicklung von Horse-Ball in diesen
Laendern, liess eine rasche Erweiterung, Blickpunkt Europa, zum damaligen
Zeitpunkt nicht zweckmaessig erscheinen, obwohl England, Deutschland,
Italien bereits an Europameisterschaften teilgenommen hatten. Die Stellung
einer oesterreichischen Nationalmannschaft im Sommer 1994 und ein knapp
verlorenes Qualifikationsspiel (6:5), sowie die Nominierung derselben
fuer die Europameisterschaft in Portugal, haben die Verantwortlichen
des internationalen Verbandes dann auch einigermassen verbluefft. Seit
Beginn im Jahre 1994 hat sich Horse-Ball in Oesterreich etablieren koennen
und verfuegt derzeit ueber fuenf lizenzierte Mannschaften. Dadurch waren
wir heuer in der Lage, eine Liga zu gruenden, die aehnlich wie im Fussball
ihre Ligaspiele absolviert.
Die Entwicklung International
In Frankreich wird Horse-Ball seit
25 Jahren gespielt. Heute bestehen drei Divisionen, mit ca. 5000 lizenzierten
Spielerinnen und Spielern. Dadurch ist Frankreich auch der "Leithengst"
fuer alle Entwicklungsvarianten anderer Laender. Mit 1998 entstanden,
neben den bereits existierenden F, D, P, Bel, I, GB, A, Verbaende in
Holland, Spanien und der Schweiz.
National
Das Potential fuer eine neue Reitsportvariante
ist auch in Österreich gegeben. Unzaehlige Gespraeche auf verschiedenen
Turnieren haben das dem Praesidium des OeFHB immer wieder bestaetigt.
Das Hauptbestreben des Verbandes lag 1994 darin, eine Kernmannschaft
moeglichst rasch an international vergleichbares Niveau heranzufuehren,
um damit fuer Österreich erstmals die Teilnahme an einer Europameisterschaft
zu sichern. Im Jahre 1995 lag das Hauptaugenmerk des Verbandes in der
Verbreitung von Horse-Ball in den einzelnen Bundesländern und im
Aufbau einer eigenen Jugendnationalmannschaft, um den Fortbestand des
Sports auch fuer die Zukunft abzusichern. Der grösste Erfolg der
österreichischen Nationalmannschaft konnte bei der Europameisterschaft
in Wels 1999 errungen werden, nämlich den sensationellen dritten
Platz, womit wir beweisen konnten, dass Österreich den Anschluss
an die fuehrenden Nationen geschafft hat und sich als ernstzunehmender
Gegner etablieren konnte.
Allgemein
Horse-Ball spricht ein weites Spektrum
an Zielgruppen an. Zum einen den Reiter, der darin eine neue Herausforderung
sieht, zum anderen den potentiellen Nachwuchs, sowohl männlich
als auch weiblich, denen zum ersten Mal gemeinsam einer Mannschaft das
Erlebnis Pferd ermöglicht wird und nicht zuletzt den Zuschauer,
der ein atemberaubendes, schnelles kampfbetontes Spiel vorgefuehrt wird.
Ich hoffe, Ihnen einen kurzen Einblick
über Horse-Ball gegeben zu haben und verbleibe mit freundlichen
Gruessen
Hannes M. Hiesberger
Präsident